EM 2021 in Belarus?

Minsk soll Gastgeber der „Super Cycling European Championships“ werden

Die Cross-Country-Europameister werden 2021 möglicherweise in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ermittelt. Und in sechs weiteren Radsport-Disziplinen auch. Zusammen macht das dann die ersten „UEC Super Cycling European Championships“.

 

Was die UCI für Weltmeisterschaften 2023 in Schottland schon festgelegt hat, will der Europäische Verband in Minsk vorexerzieren. Die UEC will den Trend zu größeren Events also auch mitgehen. Es gab in Glasgow 2018 ja schon die European Championships mit verschiedenen Sport-Disziplinen, zu denen auch der Radsport gehört. Dieses Format wird 2022 in München ausgetragen.

Unterzeichnet ist der Vertrag mit Minsk allerdings noch nicht. Die UEC tut in einer Pressemitteilung kund, dass man derzeit die „technischen und organisatorischen Details“ prüfe. Die finale Vereinbarung könnte in den nächsten Wochen unterzeichnet werden.

Das von Alexander Lukaschenko seit 1994 autokratisch regierte Land hat aktuell keine Opposition im Parlament. Sein Sohn Victor Lukaschenko ist mit auf dem Foto in der, von der UEC verbreiteten, Pressemeldung. Er ist Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees.

Fünf Disziplinen und Gran Fondo

Neben Mountainbike (Cross-Country) würde in dem Land im Osten Polens EM-Jerseys auf der Straße, Bahn, BMX Racing und BMX Freestyle vergeben. Die UEC zählt auch noch Gran Fondo auf, was allerdings eigentlich Hobby-Straßenfahrer betrifft.

Das Format soll alle vier Jahre wiederholt werden und man habe mit Eurovision bereits einen Vertrag zur TV-Übertragung unterzeichnet.

Das ist für die Mountainbiker eine gute Nachricht, möglicherweise die einzige. Als MTB-Nation ist Weißrussland oder Belarus, wie es international heißt, bisher noch nicht aufgefallen. Bei der WM in Kanada war kein Vertreter am Start.

Der Trend zu diesen Disziplinen- , bzw. Sportartenübergreifenden Events ist auch ein Kampf um Marketing-Budgets und TV-Zeiten. Vorteile liegen auf der Hand und das Ganze kann erfolgreich werden. Siehe European Championships in Glasgow und Berlin.

Events in undemokratischen Ländern

Allerdings gibt es nicht sehr viele Städte, die große Events bewältigen können. Und wie viel von den Kosten der Steuerzahler tragen muss, stellt sich auch jedes Mal. Die Folge ist, dass solche Events gerne in Länder vergeben werden, in denen demokratische Werte nicht gerade hochgehalten werden.

Siehe European Games 2015 in Baku und im vergangenen Jahr in, ja, Belarus. Da gab es übrigens keine Mountainbike-Rennen.

Die UEC, hier Präsident Rocco Cattaneo, spricht – natürlich – davon, dass der Event „signifikante finanziellen Nutzen für die Gastgeber-Stadt und die Region“ bringen würden. Ähnliche Reden kennt man von olympischen Spielen und wie das jeweils ausgeht, ist hinlänglich bekannt.

Immerhin, die Organisatoren könnten auf die European Games von 2019 aufsetzen. Wenn auch nicht im Blick auf Mountainbike.

PM der UEC

 

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