MTB-EM in Brünn: Brandau macht sich keinen Druck

Damen: Titelverteidigerin Neff ist favorisiert

Bei den Europameisterschaften in Brünn ist die Ausgangslage bei den Damen nicht ganz so offen wie bei den Weltcup-Rennen, doch abgesehen von einer leichten Favoritenstellung der Titelverteidigerin Jolanda Neff gibt es eine Hand voll weiterer Medaillenkandidatinnen, zu denen auch die Deutsche Meisterin Elisabeth Brandau zählt.

 

„Ich habe schon realisiert, dass man mich zu den Medaillenkandidatinnen zählen wird“, sagt Elisabeth Brandau (Radon-EBE Racing). Klar, wenn man im Weltcup Dritte wird, die Erste eine Nordamerikanerin ist, die Vierte eine U23-Fahrerin (Sina Frei) und die Fünfte (Pauline Ferrand Prevot) bei der EM gar nicht dabei, dann birgt es eine gewisse Logik.

Doch gerade der Verlauf der bisherigen Weltcup-Saison, in der die fünf Podiums-Plätze bei vier Rennen mit 13 verschiedenen Fahrerinnen besetzt waren, lässt erahnen, wie unkalkulierbar und abhängig von Tagesform und Strecke die Ausgangs-Situation ist.

Und am Donnerstag war sie mit ihrer Vorstellung im Team Relay nicht glücklich. Da hatte sie sich mit der Strecke noch nicht so angefreundet und stellte die Wahl des Fullys noch mal in Frage.

Dreifache Titelträgerin kommt aus dem Höhentraining

Titelverteidigerin Jolanda Neff (Trek Factory Racing) aus der Schweiz muss mit der Rolle der Favoritin leben, aber dahinter gibt es eine Menge Anwärterinnen. Von Andorra-Siegerin Anne Terpstra (Ghost Factory Racing) aus den Niederlanden angefangen, über 2017er-Europameisterin Yana Belomoina (CST Sandd Bafang) aus der Ukraine über Alessandra Keller (Thömus RN) aus der Schweiz bis zur Belgierin Githa Michiels (Primaflor-Mondraker) gibt es genügend Fahrerinnen, die für eine Medaille in Frage kommen.

Jolanda Neff hat bereits dreimal den EM-Titel gewonnen. „Es ist eine neue, unbekannte Strecke. Ich mag diese Herausforderung und bin gespannt auf das Rennen“, wird die dreifache Gesamtweltcupsiegerin in einer Pressemitteilung zitiert.

Neff hat nach dem Weltcup in Les Gets, wo sie vor Brandau Zweite wurde, in der Höhenlage des Engadin trainiert.

„In den Weltcup bin ich dieses Jahr verhaltener gestartet als auch schon. Noch ist aber alles möglich. An der EM möchte ich meinen Aufwärtstrend fortsetzen“, heißt es da weiter.

Brandaus Premiere im Downhill-Cup

„Ich habe mich nicht speziell auf die EM vorbereitet“, sagt derweil Elisabeth Brandau, die sich am vergangenen Wochenende beim iXS Downhillcup in Illmenau an den Start gestellt hat. „Um die Grenzen zu verschieben“, wie die Schönaicherin sagt. Mit ihrem Enduro-Bike fuhr sie natürlich hinterher, aber es sei einfach um den Spaß gegangen. „Das war eine Herausforderung und ich war schon froh, dass ich die Jump Line fahren konnte“, so Brandau.

Die einzige deutsche Frau im Elite-Rennen am Sonntag versucht es locker zu nehmen. „Ich will mir da keinen Druck machen. Klar wäre es cool, wenn es mit einer Medaille klappt, aber letztlich spielt die Tagesform die entscheidende Rolle“, so Brandau.

Voriges Jahr bei der WM hätte sie Mühe gehabt nach Staffel-Silber „die Spannung, den Fokus zu halten“, bekennt Brandau. „Aber in dieser Hinsicht bin ich jetzt gewappnet.“ Und nach Platz vier mit dem Team stellte sich auch keine richtige Freude ein.

 

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