Weltcup Albstadt: Langvad schreibt sich in die Geschichtsbücher

Short Track Damen: Die Dänin Annika Langvad siegt vor Jolanda Neff und Linda Indergand

Annika Langvad hat in Albstadt beim Mercedes-Benz UCI Mountainbike Weltcup die Premiere des Short Track gewonnen. Die Dänin verwies die beiden Schweizerinnen Jolanda Neff und Linda Indergand auf Rang zwei und drei.

Bei den Damen war das Rennen 15 Minuten von Taktik geprägt. Ein Fluchtversuch von Chloe Woodruff wurde unspektakulär neutralisiert. So war es lange vor allem ein Kampf um eine bessere Position, bevor es in die kurze technische Passage ging.

Erst als die letzte von neun Runden eingeläutet wurde, eröffnete die Polin Maja Wloszczwoska aus einer  zehnköpfigen Spitzengruppe heraus das Feuer.

Ihre Kraft reichte allerdings nur bis zur Hälfte der Schlussrunde. „Dann war es aus. Ich wollte es versuchen, aber gleichzeitig war es eine Vorlage für Jolanda“, erklärte Wloszczowska, die am Ende Achte wurde.

Jolanda Neff (SUI) übernahm tatsächlich die Führung und kam als Erste aus dem Wald auf die Wiesenpassage. Doch dort legte Weltmeisterin Annika Langvad (DEN) alle ihre Qualitäten an den Tag und zog vorbei. Auf der Zielgeraden konnte die Stellenbosch-Siegerin bereits die Hände in die Höhe reißen und den ersten Short Track Weltcup-Sieg aller Zeiten feiern.

Hinter der Marathon-Weltmeisterin landeten mit Cross-Country-Weltmeisterin Jolanda Neff und Linda Indergand gleich zwei Schweizerinnen.

Annika Langvad: „Ich freue mich riesig. Ich wusste schon, dass meine Form gut ist, aber das hier ist was ganz anderes. Es wurde schon taktisch gefahren und ich bin die ganze Zeit ruhig geblieben. Und dann ging es plötzlich, bumm, bumm.“

Jolanda Neff: „Ich finde es super cool, dass wir zwei Schweizerinnen auf dem Podest sind. Annika war am Ende einfach stärker, aber ich bin mit Rang zwei sehr glücklich. Das Rennen ist unberechenbar, du musst immer auf der Hut sein. Am Sonntag, das wird eine andere Geschichte“.

Linda Indergand: „Ich war am Ende am Hinterrad von Jolanda, Annika auf der anderen Seite. So bin ich zwar an Maja vorbei gekommen, nicht aber an Jolanda. Aber klar, ich bin schon glücklich mit einem Podest“.

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Wloszczwoska, Ferrand Prevot, Courtney, Indergand, Neff ©Traian Olinici
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Für die deutschen Damen verlief die Short-Race-Premiere nicht so günstig. Elisabeth Brandau hatte am Start Pech, weil vor ihr Pauline Ferrand Prevot nicht ins Pedal kam. So lag sie gleich in ungünstiger Position, musste nach der Brückenüberfahrt am kurzen Anstieg absteigen, weil es sich vor ihr staute.

Dann entwickelte sich ein Jojo-Spiel. Immer wieder schloss sie die Lücke, um dann aber in einer schlechten Position in den Singletrail zu gehen. Schließlich war sie auf dem Weg in die Top 16, als sie durch einen Sturz einer Konkurrentin blockiert wurde und dann keine Chance mehr hatte.

„Das ist kein ehrliches Rennen“, schüttelte sie in der ersten Enttäuschung den Kopf.

Bei 100 Prozent sei sie nach ihrem Infekt natürlich nicht gewesen, aber schlecht habe sie sich auch nicht gefühlt, so die Schönaicherin.

Sabine Spitz (Murg-Niederhof) kämpfte ebenfalls permanent um die Top 16 und wurde vom gleichen Sturz aufgehalten wie Brandau. Für sie gab es schließlich nur Rang 19.

„Es ist was ganz anderes, als wir gewohnt sind, noch intensiver. Es wurde schon aggressiver gefahren. Nach dem Sturz ist leider ein Loch aufgegangen“, meinte Spitz und fügte mit einem Lachen hinzu: „Ich habe nicht erwartet, dass ich hier gewinne“.

Adelheid Morath (Freiburg) verzichtete bei ihrem Comeback nach ihrem Kahnbeinbruch richtig reinzuhalten: „Ich bin eigentlich gut weggekommen, aber nach der Brücke aufgehalten worden. Ich habe nicht die notwendigen Ellbogen eingesetzt“. So war sie dann plötzlich Letzte und „der Zug war abgefahren.“ Morath belegte Rang 36.

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